Schöner als alles

Tom und Anisia Baumann verbrachten einige Tage auf Bora Bora, das für sie zu den schönsten Inseln weltweit gehört.

Es ist noch früh am Morgen, als die 60 Meter Kette klirrend durch die Ankerwinsch rasseln und die absolute Stille des ­Sonnenaufgangs zerreissen. Der Zauber des erwachenden ­Tages wird für einen kurzen Moment von diesem metallenen Klang durchbrochen. Wir verlassen unseren Ankerplatz im Norden der Insel Raiatea, um dreissig Seemeilen hinter uns zu bringen. Unser Ziel: die Insel Bora Bora. Allein ihr Name klingt wie ein Versprechen und ihre Schönheit ist weltbekannt.
Vor knapp zwanzig Jahren hatte ich auf meiner ersten ­Weltreise unter Segel das grosse Glück, diese Trauminsel zum ersten Mal in meinem Leben zu besuchen. Damals waren in der – einem riesigen Swimmingpool ähnelnden – Lagune bloss eine Handvoll Boote vor Anker. Nun bin ich voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit dieser Perle der Südsee und sehr ­gespannt auf die Veränderungen, die hier in der Zwischenzeit stattgefunden haben. Vor allem aber freue ich mich, diesen einzigartigen Ort meiner Frau Anisia zu zeigen.
Als wir das Ankerfeld mit gemütlichen vier Knoten Speed verlassen, überfällt uns eine erste Regenbö und ich bin froh, dass ich ein Reff im Grosssegel habe. Im Kanal hinter der ­Insel Tahaa nimmt der Wind etwas ab und wir steuern auf den westlichen Pass des Eilandes zu, um danach direkten Kurs auf Bora Bora zu nehmen. Ich stelle den Autopiloten auf 290 Grad ein, was mit den 10 bis 15 Knoten starken Nordost-Winden und einem Schwell von knapp zwei Metern ein eher gemütliches Segeln verspricht.