Die Kleinen, die Grosses leisten

Sie verfügen nur über wenige PS oder kW und leisten in entscheidenden Momenten trotzdem wichtige Dienste. Wieviel Kraft braucht ein kleiner Hilfsmotor, wozu ist er im Stande? «marina.ch» hat Antworten gesucht und vier verschiedene Verbrenner von Yamaha und zwei Elektromotoren von Torqeedo in einer praktischen Versuchsanordnung verglichen.

Sie werden liebevoll «Flautenschieber» genannt, doch eigentlich sind sie viel mehr. Auf vielen Segelbooten sind sie unverzichtbare Helfer bei Hafenmanövern auf engem Raum, auf kleinen Dinghis oftmals der einzige Antrieb. Die Anforder­ungen an diese kleinen Hilfsmotoren sind vielseitig: möglichst kräftig, trotzdem leicht und praktisch im Handling. Dazu ­einfach zu lagern, am liebsten in verschiedensten Positionen, zuverlässig und problemlos im Unterhalt. Während vieler Jahre lagen kleine 2-Takt-Verbrennungsmotoren in der Gunst der Käuferschaft ganz vorne. Seit diese nach der Revision der Binnenschifffahrtsverordnung BSV verboten sind, gibt es für Flautenschieber noch zwei Optionen: 4-Takt-Benziner oder Elektromotoren. Letztere konnten dank des starken Auftritts von Torqeedo – der umtriebige Gründer Christoph Ballin und sein Team lancierten an der boot Düsseldorf 2006 das erste Travel-Modell – rasch an Bedeutung und Marktanteilen ­gewinnen. Nach verschiedenen Wechseln gehört Torqeedo heute zum Yamaha-Konzern und wird in der Schweiz von der Promot AG vertreten, die seit bald 60 Jahren erfolgreich als Yamaha-Importeurin tätig ist. Im Schatten von Marktführer Torqeedo haben sich auch andere Hersteller mit kleinen ­Elektro-Aussenbordmotoren profilieren können: ePropulsion, Minn Kota, Haswing, Aquamot oder ThrustMe – um nur ­einige zu nennen.
Mit der bewährten Viertakt-Technologie gibt es von Yamaha kleine Aussenborder ab 2,5 PS. Mit 17 kg Gewicht ist dieses Modell sogar etwas leichter als beispielsweise der Torqeedo Travel – wobei hier der Motor (ca. 12 kg) und die Batterie (ca. 8 kg) separat getragen werden können. Wer etwas mehr Leistung möchte, muss schon bei 4 PS einen Motor von 27 kg schleppen. Das Gewicht ist also sicher ein Aspekt, der be­rücksichtig werden muss – sofern nicht eine fixe Installation vorgesehen ist.