Ein inneres Feuer
Francesca Clapcich wird in vier Jahren wohl die erste Person sein, die sowohl an den Olympischen Spielen (2012, 2016) als auch am America’s Cup (2024), am Ocean Race (2017-18, 2022-23) und an der Vendée Globe (2028) teilgenommen hat. Aber nicht nur aus sportlicher Sicht ist die Seglerin bemerkenswert: Sie setzt sich für die Meere und für soziale Gerechtigkeit ein.
Es war nicht die Aussicht auf die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben, die sie dazu bewegte, eine Vendée-Globe-Kampagne zu starten. Die Leistung der Italienerin Francesca Clapcich, bei einer erfolgreichen Weltumsegelung 2028 auch die letzte Regatta der «Big Four» des Segelsports absolviert zu haben, ist zwar herausragend. Aber ihre Vendée-Globe-Ambitionen rühren vielmehr von einem inneren Antrieb und sind eine logische Folge ihres bisherigen Lebens als Segelprofi. Dabei war dieser Sport nicht wirklich Liebe auf den ersten Blick für sie: «Ich bevorzugte lange das Skifahren», sagt Clapcich lachend. Ihre Faszination für die Berge hat sie bis heute nicht verloren: Clapcich ist nicht nur Seglerin, sondern auch ausgebildete Skilehrerin – sie wohnt mit ihrer Familie in Utah, mitten in den Rocky Mountains. Als Kind war der Segelklub allerdings einfacher zu erreichen als die Skischule, da sie in der Nähe von Triest an der Adria aufwuchs. «Mein Vater erkrankte an Krebs, als ich noch sehr klein war. Segeln war für mich eine Art heile Welt, deswegen war ich zu dieser Zeit viel auf dem Wasser. Meine Liebe zum Segeln konnte so schliesslich wachsen.»



