Friesland – Wo Plan B genauso gut ist wie Plan A

Daniel Bucher genoss mit drei Kolleginnen und Kollegen einen Motorboottörn in den Niederlanden. Dabei wurden nicht selten ihre Flexibilität und Geduld getestet.

Das kleine Bistro in Arnhems Altstadt lädt zum Verweilen ein. Wir geniessen einen Kaffee im Spätsommerwetter und ­checken  – wie schon seit Tagen – den Seewetterbericht fürs Ijsselmeer. Die Prognose für unseren Törn ist eindeutig: Nach der aktuellen Flaute kündigen sich Starkwind und Böen um sieben bis acht Beaufort an. Unsere vorgängig ausgearbeitete Route muss überdacht werden.
Eigentlich war der Plan klar: Von Sneek nach Stavoren, ­Überquerung des Ijsselmeers, weiter über Noord-Holland nach Amsterdam und zurück via Markermeer und Lemmer. Die ­«Gefest», unser knapp 15 Meter langer Stahlverdränger, würde die Bedingungen technisch bewältigen. Doch der Vercharterer beschränkt die Fahrt auf dem Ijsselmeer vernünftigerweise auf drei Beaufort – bei spärlicher Ausrüstung für offene ­Gewässer eine nachvollziehbare Massnahme. Plan B tritt in Kraft: Nicht Amsterdam wird unser Ziel sein, sondern Friesland selbst.