Vielfältig und herausfordernd
Griechenlands grösste Insel grenzt die Ägäis im Süden zum östlichen Mittelmeer hin ab. Ihre Küsten sind eine Verlockung! Doch für Seglerinnen und Segler, die nur ihre Reize sehen, ohne die Tücken zu kennen, könnte das Revier um Kreta auch zu einer Herausforderung werden.
Wild ist der Norden: Das Rückgrat der lang gestreckten Insel Kreta bilden drei mächtige Gebirgsstöcke. Diese stemmen sich mit ihren Flanken gegen den Meltemi, wenn der berüchtigte Wind mal allzu wild gegen die Nordküste anstürmt. Der Meltemi macht das Revier zwar reizvoll, doch kann es schon vorkommen, dass man sich am Ende eines harten Segeltages nach einem sicheren Hafen sehnt. Deshalb steuern viele, die von Kythira kommen, erst den Hafen von Kissamos an. Dass sie dort inmitten einer reizlosen Umgebung und zudem noch ein gutes Stück abseits vom Geschehen liegen, merken sie erst, wenn die Leinen schon fest sind. Am nächsten Morgen dürfen sie dann den Kólpos Kissamou noch hoch bis Kap Spatha kreuzen, erst von dort können sie die Hafeneinfahrt von Chania ansteuern. Auf der Seekarte sieht diese ganz manierlich aus. Steht aber der Meltemi auf den überspülten Wellenbrecher und warnen auf der anderen Seite der Fahrrinne brechende Seen vor Unterwasser-Felsen, könnten Skippers Nerven schon mal zu flattern beginnen. Im Hafen liegt das Schiff dann mit dem Heck fast schon in der reizvollen Altstadt. Aber auch inmitten ihres Trubels! Um den unbeschadet zu überstehen, empfiehlt es sich, schon beim Abendessen genügend Wein zu tanken. Wem solche Auswüchse ein Gräuel sind, der sollte die Akrotiri-Halbinsel runden. Auf dem Ankerplatz in der Bucht von Souda liegt das Schiff dann am östlichen Stadtrand von Chanias Reizen, fernab des Trubels. Rethymnos Hafen anzusteuern ist kein Problem: Seine Marina ist ein sicherer Hort. Ein Abend in seinem venezianischen Hafen ist Pflicht. Will man den geniessen, sollte man spät kommen. Denn erst, wenn die touristische Fütterung abgeschlossen ist, darf man sich wieder als Gast fühlen und kann dabei ganz in der einzigartigen Atmosphäre dieses antiken Hafens aufgehen.




