Wie in einer anderen Welt

Claudia und Jürgen Kirchberger kamen auf ihren Reisen auf eigenem Kiel auch in Nordnorwegen und auf den Lofoten vorbei. Trotz rauen Wetters und viel Nässe war das, was sie sahen, unvergleichlich.

Das Land wird täglich rauer, das Meer auch. Wer hier lebt, ist in einer Wasserwelt zuhause. Mit Wasser vor der Haustüre. Wasser, das die Berghänge herunterschiesst und die Wälder dampfen lässt. Selbst der Himmel beugt sich dem Wasser und gibt es immer wieder frei. Alles ist nass. Ständig. Und dennoch ist jeder Augenblick, den wir hier sind, beeindruckend.
Stadlandet liegt voraus. Strömungen und ­Unterwasserfelsen sorgen hier auch bei ruhigem Wetter für Kreuzseen. «La belle Epoque» arbeitet sich langsam durch die aufgewühlte See. Knapp davor, seekrank zu werden, drehe ich konzentriert am Steuer und halte den Horizont im Blick. Stadlandet, das ­Westkap von Norwegen, möchte ich niemals bei Schlecht­wetter erleben.
Segeln um Stadlandet setzt gute Törnplanung voraus. Denn Schwerwetter ist hier normal. So zeichnen die meteorologischen Instrumente des hiesigen Leuchtturms Kråkenes fyr gewöhnlich mehr als hundert Sturmtage im Jahr auf. «Nature at it‘s best», meint der Werbeslogan des Leuchtturmcafés.