Wakesurfen – was sonst?

Wakesurfen gilt als eine der am schnellsten wachsenden Wassersportarten. Kein Wunder: Es erfordert weniger Kraftaufwand als Wakeboarden oder Wasserskifahren und beschert ein Gefühl auf dem See, als ob man auf einem Ozean Wellenreiten würde.

Beim Wakesurfen nutzt man die von einem extra dafür ­ausgestatteten Boot produzierte Welle, um sich fortzube­wegen  – und spektakuläre Tricks zu machen. Die Geschwindig­keit des Bootes beträgt dabei etwa 16 bis 19 ­Stundenkilo­meter und ist damit um einiges kleiner als beim Wasserskifahren oder Wakeboarden. «Weil man sich im Gegensatz zum Wakeboarden oder Wasserskifahren nicht an einem Seil festhält, erfordert ­Wakesurfen kaum Kraft, dafür aber eine gute ­Balance. Auch deswegen ist die Sportart so beliebt: Die ganze Familie kann sie ausüben», sagt Daniela Beutler, Geschäftsführerin der ­Marine Solutions AG am Murtensee. Die Werft importiert und verkauft über die Schwesterfirma Moomba Supra AG Wakeboard- beziehungsweise Wakesurf- und Wasserski-Boote. ­Zusammen mit Centurion, Malibu Boats, MasterCraft und Nautique sind Moomba und Supra die gängigsten Hersteller dieser Boote. Wer Wakesurfen will, muss aber nicht zwingend selbst ein solches kaufen: «Es gibt mittlerweile viele Vereine und Unternehmen, die die Möglichkeit zum Wakesurfen bieten», weiss Rachy Seger. Sie ist Teil des Wakesurf-National­teams und kennt die Szene in der Schweiz gut. Mitglied in ­einem solchen Verein zu sein, biete sich auch an, weil die Sportart die Involvierung mindestens dreier Menschen erfordere: ­einer Sportlerin, eines Fahrers und einer Person, die im Boot sitzt und sich auf die Wakesurferin konzentriert. «Liegt jemand ohnmächtig im Wasser, weil er gestürzt und dabei vielleicht unglücklich mit dem Kopf aufgeschlagen ist, kann sofort ­reagiert werden.» Rachy Seger bestätigt Daniela Beutlers ­Aussage, dass die unterschiedlichsten Menschen wakesurfen, das sehe sie auch bei ihrer Wakesurf-Schule, die sie zusammen mit ihrem Partner betreibt: «Unsere Teilnehmenden sind zwischen 5 und 80 Jahre alt.» Die beiden Profis betreuen ­Kundschaft auf der ganzen Welt.
Wie bei vielen Wassersportarten ist der Start die grösste ­Herausforderung. Allerdings sei dieser viel einfacher als ­beispielsweise beim Pumpfoilen (s. «marina.ch» 189, März 2026). «Um aufs Brett zu kommen, nutzt man ein Seil und den Antrieb des Bootes. Man liegt mit dem Rücken im Wasser, die Beine sind leicht angewinkelt, das Brett steht quer zum Boot, beide Fersen liegen locker auf dem Brett. Fährt das Boot an und spannt sich das Seil, muss man die Füsse ins Board stemmen und sich hochziehen lassen. Sobald man steht, kann man das Seil loslassen und auf der Welle surfen», sagt Daniela Beutler. Wer ins Wasser fällt, hat aufgrund der geringen Geschwindigkeit des Bootes kaum Schmerzen. Das ist ein weiterer Punkt, der die Sportart für viele attraktiv macht. Eine Weste ist ­allerdings trotzdem Pflicht. «Auch wenn der Start gar nicht so schwierig ist, braucht es Zeit, das Wakesurfen richtig zu ­beherrschen», sagt Rachy Seger.